Rune Elmqvist: Herzschlag aus der Dose

Shownotes

Obwohl er ausgebildeter Arzt ist, möchte Rune Elmqvist lieber als Ingenieur für Medizin-Technik arbeiten – zum Glück. Denn er wird etwas entwickeln, das bis heute unzähligen Menschen das Leben rettet. Dabei ist er selbst davon am Anfang gar nicht überzeugt.

Der Ballon-Katheter für Herz-Operationen wurde von Andreas Grünzig am Küchentisch erfunden.

“Behind Science” gibt’s jeden Samstag – am Science-Samstag. Zwischendurch erreicht ihr uns per Mail und Instagram, und hier gibt's unsere Links, die gerade wichtig sind.

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00:00:00: Schönen Zeit, Samstag!

00:00:03: Wir hoffen... euch geht's gut.

00:00:05: Vor allem nach der letzten Woche.

00:00:06: Nach der Geschichte aus der Wissenschaft über die wir letzte Woche gesprochen haben hatte ich ja so ein paar Bilder im Kopf auch vorher schon, die auch recht heftig waren muss ich sagen.

00:00:18: Mich hat es auch noch nachhaltig irgendwie beschäftigt.

00:00:23: Ich mag das ja eigentlich wenn Geschichten einen so fesseln traurige und schreckliche Sachen sind, weil das heißt, dass es irgendwie was in einem ausgelöst hat.

00:00:35: Ganz kurz nochmals ging um Anna Coleman Latt die Masken hergestellt hat – sie war eigentlich Künstlerin, Bildhauerin – die dann aber so in die medizinische Richtung gegangen ist und im Ersten Weltkrieg Masken für Soldaten hergestellt hatte, aber wirklich sehr, sehr gute Masken, die man aufs Gesicht setzen konnte die Gesichter echt nachgestellt haben.

00:01:01: Ja, und also ... Die Masken sind auch wirklich einfach richtig schön!

00:01:07: Also sie hat ganz schöne Gesichter damit gezaubert.

00:01:11: Also ja, die Bilder waren schön aber irgendwie das war eine aufführende Geschichte, die einen irgendwie berührt hat.

00:01:21: ich glaube Heute wird es nicht ganz so auffühlt, aber es geht auch um Leben und Tod.

00:01:28: Und das geht eigentlich auch um eine Person die ein bisschen den Job gewechselt hat?

00:01:34: Ja könnte man sozusagen nicht ganz weit weg wie bei Anna, aber schon so ein bisschen und das zum Besten sozusagen weil wenn das nicht passiert wäre dann hätten wir eine wichtige medizinische Errungenschaft heute nicht.

00:01:51: Wir sprechen heute über Rune Elmquist, der den Herzschrittmacher mit erfunden hat.

00:02:11: Also ich musste bei dieser Folge jetzt auch direkt daran denken... Ich hatte ja mal erzählt, dass ich so eine Ausbildung gemacht habe noch zur Rettungsanitäterin und wenn du da so einen Einsatz bist kommst, dann gibt's immer so ein Stichwort dazu.

00:02:25: Also da wird schon mal direkt sortiert ist das jetzt internistisch oder chirurgisch?

00:02:31: und ich hab am Anfang immer gedacht bei chirurgischen oh Gott jetzt wird es schlimm weil jetzt irgendwie sehen wenn gebrochenes Bein nicht sagt man immer schon mir so offene Wunden vorgestellt irgendwas irgendwelche Schnitte eher auch sowas mit Blut in meiner Vorstellung und dachte deswegen dass ist schlimm.

00:02:49: Aber dann habe ich relativ schnell realisiert, wenn Sachen internistisch sind.

00:02:54: Also... wie es jetzt mal innen sind im Körper.

00:02:58: Das ist dann so was, wie Schwindel, Bauchschmerzen, Herzrasen ... das klingt zwar erst mal nicht schlimm, ist aber eigentlich viel gefährlicher und kann sich deswegen auch in diesen Situationen, wo man hinfährt und versucht der Person zu helfen, viel bedrohlicher anfühlen, weil das halt so schnell kippen kann?

00:03:18: Ja!

00:03:18: Es ist halt viel diffuser als ein ... tiefer Schnitt, wo Blut kommt und man muss die Blutung stillen.

00:03:26: Und dann muss man gucken ... Das ist halt irgendwie ... Du musst viel mehr nachfragen und gucken, woher kommt denn jetzt dieses diffuse Gefühl vielleicht?

00:03:37: Oder was genau sind die Ursachen oder so?

00:03:40: Aber ich stelle es mir auch genauso vor, dass ich bei Chirurgisch richtig zusammenzuckten würde und sage, oh!

00:03:45: Ich weiß nicht, ob ich das sehen kann.

00:03:48: Aber ich könnte das ja sowieso ganz schwer nur... glaube ich!

00:03:52: Vielleicht weil man in dieser professionellen Rolle ist, vielleicht ist man dann da auch anders drauf?

00:03:58: Aber so kann ich ja sowas ganz schlecht sehen.

00:04:00: Also fällt mir es sehr zu schwer.

00:04:02: Ich muss sagen, ich war überrascht so dass es eigentlich selten zumindest in der Ausbildungszeit ging jetzt auch nicht ewig.

00:04:11: Eigentlich selten so Sachen gab wo ich dachte oh, Ist das aber schlimm?

00:04:17: Man nimmt da eine andere Rolle ein, glaub ich.

00:04:19: Und

00:04:19: man hat ne andere Rolle und es ist auch... Also im Alltag siehst du jetzt glaube ich einfach, also man stellt sich da immer mehr vor,

00:04:28: dass wir nicht lachen

00:04:29: oder so.

00:04:30: In der Regel siehst Du

00:04:31: das ja nicht.

00:04:32: Ja wahrscheinlich dann irgendwie.

00:04:33: Neun, neun Prozent sind so normale Dinge und dann einen Prozent sind irgendwie schwere Schwerstverletzte.

00:04:40: Genau!

00:04:41: Aber bei Sachen die zum Beispiel mit dem Herzen zu tun haben.

00:04:47: Die können ja total schwer sein, ohne dass du es siehst und das ist eigentlich viel gruseliger weil dann hast du manchmal nur irgendwie die Information Ja, die Person hat einen verschlechterten Allgemeinzustand also fühlt sich vielleicht ein bisschen schwindelig Und dann kann er aber in sehr kurzer Zeit auf einmal Bewusstlosigkeit raus werden ohne dass Du's hast kommen sehen.

00:05:13: Das finde ich auch gruselig und deswegen ist ja alles was irgendwie mit dem Herz uns zu tun hat, muss man aufhorchen und dem nachgehen.

00:05:24: Und man kann jetzt per EKG die elektrischen Signale des Herzens sichtbar machen, also sehen wie gut die Weiterleitung funktioniert und ein Gefühl dafür bekommen ob es gerade arbeitet.

00:05:36: Wie soll?

00:05:38: Aber selbst wenn man das jetzt sichtbaumachen kann und dann halt feststellt okay da arbeite was nicht so sein sollte

00:05:44: oder

00:05:45: arbeitet nicht Dann ist es schwierig daran etwas zu verbessern, weil das Herz und dieser ganze Mechanismus um das Herz herum einfach sehr komplex ist.

00:05:55: Ich frage mich da manchmal wie kann es überhaupt funktionieren?

00:05:58: Ehrlich

00:05:59: gesagt... Und vor allem dann halt zu verbesseren von aus!

00:06:05: Was ist das ja eben mit drin?

00:06:07: Normalerweise können wir mal hier noch kurz Einheit machen.

00:06:10: Es schlägt unser Herz rund siebzig Mal pro Minute und der Sinusknoten sendet elektrische Impulse aus, die Nussknoten habe ihr vielleicht schon mal gehört so als Wort.

00:06:21: Das ist quasi unser Taktgeber für diese elektrischen Signale und die sorgen dann dafür dass sich der Herzmuskel zusammenzieht und das Blut durch den Körper gepumpt wird.

00:06:34: aber manchmal arbeitet das Herz zu schnell Oder auch zu langsam oder einfach unregelmäßig.

00:06:41: Und dann kann es halt auch wirklich lebensbedrohlich werden.

00:06:45: Ja, und verschiedene Tüftler... haben jetzt auch schon experimentiert mit der elektrischen Reizung des Herzens, weil die so entscheidend ist.

00:06:54: In den neunsterdreißiger Jahren gibt es erste Herzstimulatoren.

00:06:59: das ist damals allerdings ein richtig fetter Apparat sieben Kilo wiegt.

00:07:03: er muss ihn auf eine Rollwagen schieben und alle paar Minuten neu aufladen und zwar mit einem Motor dem man selbst mit einer Kurbel starten muss um Strom zu erzeugen.

00:07:16: also Alles nicht ganz so

00:07:19: praktisch.

00:07:19: Ja, genau also klar.

00:07:21: Es hätte dann eventuell erst mal dein Leben.

00:07:24: aber dann hast du da immer so einen dicken Rollwagen den du heute hinter dir herziehen musst.

00:07:29: und ob dann ein Leben möglich ist wenn man alle paar Minuten das Ding neu aufladen muss stelle ich mal so

00:07:37: eine Frage vor allem selber dann erstmal ankurbeln, damit du es wieder aufladen kannst und so.

00:07:44: Und das betraf ja auch Menschen die eher... Ehe schon schwach war, weil ihr Herz nicht schnell genug gearbeitet hat.

00:07:52: Das heißt

00:07:52: du musst immer jemand dabei haben?

00:07:54: Ja

00:07:55: das wäre dann gut gewesen.

00:07:56: genau.

00:07:56: aber diese externen Taktgeber ja das ist schon auf jeden Fall irgendwie noch nicht so die Lösung.

00:08:04: Die arbeiten halt mit Stromstößen von außen durch den Brustkorb.

00:08:08: also man musste dann auch so leiter in den Körper stechen.

00:08:14: Also das klingt jetzt auch schon wieder ... und so war es aber auch, also ja du musstest da irgendwie mit dem Elektro drehten durch die Brustwand in den Körper damit sie auch wirklich beim Herz ankommen.

00:08:26: diese Stromstöße Und auch diese Stellen wo das einfach dadurch dass da was reingestochen wurde von außen Das war schon oft dann lebensbedrohlich weil sich da eben so schnell was infizieren konnte Boah,

00:08:41: also alles irgendwie mit sehr viel Aufwand verbunden.

00:08:47: Mit sehr vielen Eingriffen in den Körper die ja eventuell dann sogar noch Sachen verschlimmert haben.

00:08:54: Eben!

00:08:55: Und einer dem es aber damals ziemlich schlecht geht ist der Es sind jetzt fast dreißig Jahre vergangen, nachdem es diesen riesigen Apparat da erst mal ich gab.

00:09:07: Es ist der Spätsommer, und Arne sieht sein Leben langsam an sich

00:09:13: vorbeiziehen.".

00:09:15: Und der Grund dafür ist dass er wahrscheinlich eine vergiftete Ausdage gessen hat die eine Infektion ausgelöst hat und seinen Herz jetzt dauerhaft geschädigt hat.

00:09:25: also ja dann kam's irgendwie zu ganz blöden ungünstigen Umständen, dass auf jeden Fall sein Herz jetzt dauerhaft Rhythmusstörung hat.

00:09:38: Sein Puls ist viel zu langsam und das führt dazu, dass jede Bewegung die auch nur so ein bisschen anstrengend ist verursacht, dass er unmächtig wird.

00:09:50: Das nennen Mediziner auch das Adam Stokes-Syndrom.

00:09:54: Und Anne selber hat gesagt, es gab eigentlich nur einen Mittel mit dem ich wieder zu Bewusstsein gekommen bin und das war ... wenn man mir Whiskey eingeflußt hat also das war da wahrscheinlich so stark dass er dann irgendwie wieder zum Leben erweckt wurde.

00:10:08: ähm ja aber... Ist natürlich keine Lösung und das funktioniert ja auch nur, weil er noch irgendwie Restkräfte da in sich hatte.

00:10:17: Aber sein Herz wird mit der Zeit immer schwächer Und es kommt soweit dass er sagt eigentlich ich war praktisch tot

00:10:26: Ja seinen herz schlägt nur noch etwa achtundzwanzig mal pro minute statt siebzigmal.

00:10:32: Er wird immer wieder ohnmächtig.

00:10:34: manchmal muss er an einem tag zwanzig bis dreißig Mal wieder belebt werden.

00:10:38: unglaublich das ist ja Also jede Stunde oder zweimal die Stunde.

00:10:44: Und das obwohl er ehemaliger schwedischer Eishockey-Nationalspieler ist, also eigentlich ein supersportlicher fitter Mensch ... Das tut dann immer besonders weh wenn du denkst so Du hast ja eigentlich alles wieder in Körper getan und dann eine vergiftete Ausdauer das Gleichgewicht da irgendwie so ins Wanken bringt.

00:11:07: Deswegen frage ich mich manchmal, wenn ich sowas höre dass es überhaupt funktioniert und irgendwie auch oft funktioniert und lange aber ja oder dieser ganze Mechanismus des Körpers ist dann nicht häufiger was aus der Bahn gerät finde ich echt unglaublich

00:11:26: Ja, aber ich glaube das ist dann auch so... Also ich stelle mir vor diese Ärzte auch drum herum.

00:11:32: Die waren halt alle irgendwie richtig verzweifelt auch weil wie schlimm und frustrierend einfach für alle mit anzugucken.

00:11:38: So dieses zwanzig dreißig mal am Tag kippt der dir da weg und du sagst wahrscheinlich jetzt mal hallo hallo alle bleib hier so und musst den da wieder zurückholen.

00:11:49: also das ist ja für alle da total anstrengend und bei allen schwindet jetzt langsam die Hoffnung.

00:11:55: Nur bei einer nicht, und zwar bei Arnes Frau Else Marie.

00:12:00: Sie musste ihn auch selber da immer wieder beleben.

00:12:03: wohl also ab und zu hat er einfach einen Hieb auf die Brust geholfen mit ihm aber auch das wenn du das als Frau bei deinem Mann machen musst damit der am Leben bleibt.

00:12:14: was für ein schlimmes Gefühl eigentlich.

00:12:17: Aber Elze bleibt optimistisch und sie hat irgendwann mal in der Zeitung davon gelesen, dass an der Uniklinik in Stockholm gerade daran geforscht wird einen Herzschrittmacher zu implantieren.

00:12:31: Also so klein zu bauen, das man ihn in den Körper einsetzen

00:12:35: kann.

00:12:36: Richtig interessant!

00:12:37: Und die zwei, die da forschen an der Uni-Klinik sind Arke Senning, der Leiter Experimental-Chirurgie und Rune Elmquist, ein Ingenieur vom Medizingeräthersteller Siemens Elema.

00:12:53: Und Rune möchten wir euch in dieser Folge etwas herausheben, denn bei ihm ist es total spannend – eigentlich is er Arzt aber entscheidet sich nicht als Arzt zu arbeiten sondern lieber Medizinprodukte herzustellen!

00:13:07: Zum Glück, und da ist das was wir am Anfang angeteasert haben.

00:13:11: Also er ist eigentlich ein bisschen weggegangen eben von diesem klassischen... dieser klassischen Arbeit als Arzt und hin zu so etwas in der Schnittstelle zwischen Ingenieurwesen und Medizin.

00:13:24: Und das war eben ja Glück weil er den richtigen Riecher hatte bei seinen Erfindungen.

00:13:34: Das ist interessant, weil wir hatten jetzt schon öfter das Menschen die eigentlich nicht aus der Medizin kommen.

00:13:39: Dann was medizinisches machen und bei ihm ist irgendwie anders rum also er geht da so eher dann ins Tüfteln rein.

00:13:48: auf jeden Fall diese beiden forschen jetzt gerade vor allem noch daran welche Stromstärke braucht man eigentlich?

00:13:54: Und wie viele Impulse?

00:13:57: Geh war ein elektronischer, um das Herz richtig zu stimulieren.

00:14:02: Aber jetzt schlägt Elze bei den beiden auf und das nicht nur einmal sondern sie kommt quasi täglich!

00:14:07: Sie war da sehr behaulich und hartnäckig und versucht diese beiden jetzt wirklich zu überreden und zu überzeugen.

00:14:14: bitte helft mir, halbt meinem Mann Arne Und bitte setzt ihm einfach jetzt diesen Herzschrittmacher ein, auch wenn er bis zu dem Zeitpunkt, wo der erst an Tieren getestet.

00:14:27: Aber sie ist ganz optimistisch das ja auch bei Arne

00:14:30: helfen wird.

00:14:31: Ja, das finde ich auch so unglaublich!

00:14:32: Also du weißt quasi es gibt keine andere Hoffnung aber dass zu machen könnte auch sein Todesurteil sein.

00:14:40: Aber die Situation ist halt so ausweglos, dass sie sagt Es ist mir egal ob das hier Ja, vielleicht nicht funktioniert.

00:14:51: Das ist das einzige The Last Draw,

00:14:54: den wir haben.

00:14:56: Wir müssen es probieren und sie ist wohl so behaulig dass die zwei nicht anders können und im Oktober, Ninzehn Achtund Fünfzig eine Notoperation bei Arne machen Und die isst erstmal geheim und ziemlich improvisiert.

00:15:09: also jetzt nicht irgendwie in einem In der Garage oder sowas jetzt nicht Aber es gibt für Menschen zu dem Zeitpunkt auch noch gar keinen Herzschrittmacher-Modell, also es gibt gar keinen Ablauf dieser OP.

00:15:22: Und aus Zeitmangel fixiert Rune dann die Einzelteile des Herzschrittenmachers mit Kunstharz in einem Kunststoffbecher und dieser Kunststoffbächer ist wohl eine Dose von Schuhcreme.

00:15:36: Also leer?

00:15:36: Aber so ...

00:15:38: Wahnsinn!

00:15:39: Ja quasi in der Schuhcreme... Bastelt er da diesen Herdrittmacher noch schnell zu

00:15:46: sein.

00:15:46: Das war wohl die Form und da hat der das dann den Harz darüber gegossen, ja

00:15:52: also sehr

00:15:53: improvisiert.

00:15:55: Ja aber die einzige Hoffnung wie gesagt und die Einzelteile sind so ein paar elektronische Bauteile und eine Batterie und dann gibt es zwei Elektroden die zum Herzmuskel führen und davon erhofft man sich halt dass das Herz wieder richtig zum Laufen gebracht wird.

00:16:12: Dass das wieder in den richtigen Takt kommt.

00:16:15: und diese Operation führt jetzt Arke abends durch, also es ist jetzt nicht hochgeheim.

00:16:23: aber sie wollen da halt jetzt nicht die große Aufmerksamkeit aus sich lenken.

00:16:26: machen das erstmal so... Wenn das Krankenhaus abends ein bisschen leerer und stiller wird, also ein bisschen so stillheimlich.

00:16:34: Ake öffnet da jetzt unter Vollnerkose den Brustkorb von Arne, setzt den Herzschrittmacher in den Bauchraum ein und näht dann die Elektroden an den Herzen aus, gell?

00:16:44: Dieses Herzschrittenmacher gerät.

00:16:47: Und der nächste Mal was sie da auf die Schnelle gebaut haben wiegt zweihundertvierzig Gramm Also etwas weniger als ein gesundes Herz.

00:16:55: Das klingt... nicht so viel, aber wenn man es mal vergleicht mit einem Herzschrittmacher von heute.

00:17:01: Der wiegt nur noch fünfzwanzig Gramm und ist so groß wie eine Münze.

00:17:06: also gar kein Vergleich wie das damals noch aussah.

00:17:10: Ja

00:17:11: ja da schon klein, aber im Vergleich wirkt's fast klobig.

00:17:16: Also hundertmal so schwer was.

00:17:20: Super spannender Moment.

00:17:21: jetzt die OP abgeschlossen.

00:17:25: Ich stelle mir vor, dass es jetzt inzwischen schon dunkel geworden

00:17:27: ist

00:17:29: und auch so ein ruhiges dunkles Krankenhaus hat ja auch sowas bisschen Unheimliches.

00:17:36: Und jetzt geht's darum funktioniert dieser Schrittenmacher?

00:17:40: und Arke testet ihn und er funktioniert ausgezeichnet.

00:17:45: Das sind seine eigenen Worte.

00:17:47: Er schließt den Bauchraum ruft nachts um zwei erst mal Rune an und sagt, es ist vollbracht.

00:17:55: Ich habe diesen verdammten Schrittmacher

00:17:58: eingesetzt.".

00:18:03: So eine lustige Wortweine dieser verdammte Schrittmache.

00:18:06: er ist endlich drin.

00:18:09: Da kann man sich vorstellen wie lange die daran schon getüftelt haben und wie viele Nerven das gekostet hat.

00:18:15: Ja!

00:18:16: Und irgendwie

00:18:17: auch vielleicht... ...

00:18:19: nervig als war, finde ich.

00:18:21: Kann man da auch so ein bisschen rausführen nach dem Motiv?

00:18:24: Ah

00:18:24: ja!

00:18:24: Sie hat uns so genervt.

00:18:26: und jetzt wir haben es durchgezogen Rune...

00:18:28: Und

00:18:28: ich hab zwei Uhr nachts aber das Ding ist drin und das funktioniert ausgezeichnet.

00:18:35: Schön!

00:18:36: Ja also ähm.... Erstmal ist die Freude groß da mitten in der Nacht.

00:18:40: Aber am nächsten Tag merken sie dann schon relativ schnell, okay war jetzt vielleicht auch doch eher so eine improvisierte Variante denn nur wenige Stunden nach der OP direkt am nächsten Morgen läuft er Schrittmacher nicht mehr und muss schon ausgetauscht werden.

00:18:55: also ich mein war ja normal auch bei den vorher diesen externen Sachen da musst du immer mal wieder Neustart machen da wieder ein bisschen Ankurbeln.

00:19:06: und auch dieser Schrittmacher, der war da eben nach ein paar Stunden schon hatte.

00:19:10: Der den Geist wieder aufgegeben aber der, der als nächstes jetzt eingesetzt wird hält immerhin schon mal sechs Wochen Und die beiden können auf jeden Fall damit jetzt beweisen unser Gerät funktioniert bei Menschen

00:19:25: Wahnsinn ja und vor allem wenn man sich nochmal vorstellt wo Ahne der Patient herkam, also von zwanzig bis dreißigmal am Tag wiederbelebt werden zu.

00:19:37: Der kann jetzt sechs Wochen am Stück, also anderthalb Monate ein Einigermaßen normales Leben führen.

00:19:44: Also das ist schon ein Riesenfortschritt und ja halt irgendwie sich normal wieder in die gesellschaft ein gliedern wobei rune immer noch nicht so ganz überzeugt ist dass dieses teil zukunft hat.

00:19:58: er selbst obwohl er daran Beteiligt ist das finde ich so schräg hält den herz trittmacher für das ist ein zitat eine technische kuriosität.

00:20:09: also Erselbst hat seine zweifel und das finde Ich ganz spannend weil ich bin mir nicht ganz sicher ob wir hier schon mal jemanden vorgestellt haben der so offensiv gesagt hat, dass er seine eigene Erfindung für eine Kuriosität hält und gar nicht so sicher ist ob das so funktioniert.

00:20:27: Aber finde ich es hat auch vielleicht einen ganz gesunden Abstand zu den eigenen zur eigenen Arbeit, dass man sagt okay Ich weiß gar nicht ob das überhaupt so Ob das World so taugt, also mal sehen.

00:20:41: Ob die Welt das gebraucht hat und ob das die Zukunft hat ... Ich find's auch irgendwie sympathisch.

00:20:47: Also ich dachte erst so wollte ich eine Rede halten hier in die Vergangenheit und sagen Rune was ist mit dir?

00:20:53: So glaub an dich.

00:20:55: Ja klar!

00:20:56: Das kann man natürlich auch machen.

00:20:57: Glaub

00:20:57: an deine Erfindung wenn du wisstest.

00:21:00: aber irgendwie is es ja auch... Ich weiß nicht, es ist schön.

00:21:06: Es macht ihn sympathisch und meine Vorstellung.

00:21:08: Ja

00:21:08: auf jeden Fall.

00:21:09: Aber er hat sich getäuscht.

00:21:11: Das werden wir hier auch noch gleich ausführlich sehen.

00:21:15: und sein Arbeitgeber Siemens Elema, der glaubt auch schon irgendwie relativ schnell an diese Erfindung.

00:21:21: Denn der macht verschiedene Modelle für verschiedene Herzprobleme mittlerweile moderne Geräte die haben sogar auch Sensoren die dann die Impulsfrequenz an die körperliche Aktivität anpassen können.

00:21:33: also Es wird in der Zukunft, was Rune noch nicht weiß, sehr viele Varianten und Updates seiner Erfindung geben.

00:21:42: Ja also er hat da genau auf die richtige Technik gesetzt den richtigen Riecher gehabt, wie das Ganze funktionieren kann und allein in Deutschland werden mittlerweile jährlich rund achtzig tausend Geräte implantiert.

00:21:59: Es ist wirklich mittlerweile zu einer Standard-Operation geworden wobei sich auch die Operation selbst sehr verändert hat.

00:22:07: es wird euch überraschender aber das ganze wird nicht mehr in der Schuhcreme Dose zusammen gebastelt.

00:22:13: Aber nein!

00:22:13: Auch so grundsätzlich hat sich das verändert.

00:22:16: Anfang der sechziger muss eben noch der komplette Brustkorb geöffnet werden.

00:22:20: Das ist ja wirklich eine sehr, sehr schwere OP um dann eben die Elektrode auf den Herzmuskel zu nähen und mittlerweile sind die Geräte viel kleiner und können meist mit örtlicher Betäubung unterhalb des linken oder rechten Schlüsselbeins in einer Hauttasche platziert werden.

00:22:39: das finde ich auch unglaublich beeindruckend.

00:22:42: Genau, also das Gerät bleibt in dieser Hauttasche und die Elektrode wird dann durch eine Wehne in die Herzkammer geschoben und verankert.

00:22:50: Also dass es nicht mehr so aufwendig auch einfach nicht mehr ristkant.

00:22:56: Ja weil zu jeder OP vor allem wenn sie so groß ist und da viel Haut aufgeschnitten wird und vernäht wird usw.

00:23:05: birgt ja wieder weitere Risiken.

00:23:08: Ich weiß auch, dass man das manchmal noch gesehen hat.

00:23:10: Menschen die wirklich so komplett aufgeschnitten wurden.

00:23:16: Also eine lange Narbe über den gesamten Brustkorb.

00:23:21: Genau!

00:23:21: Also mittlerweile tragen etwa dreihunderttausend Menschen in Deutschland ein Herzschrubacher.

00:23:27: Das ist was, was wirklich viele Menschen mit sich tragen und was ihr Leben ...

00:23:37: Und mittlerweile können die Herzschrittmacher auch auf aktuelle Herzsituationen reagieren, also zum Beispiel auch Impulse und dann Senden wenn Bedarf da ist.

00:23:47: Also das sind so kleine Sensoren dass es sozusagen nicht permanent eben denselben Rhythmus abgibt, sondern er hat dann auf verschiedene Situationen reagiert.

00:24:01: Und auch Rune hat später gesagt es sei fantastisch zu sehen wie schnell sich das alles weiterentwickelt hat.

00:24:08: also spätestens da hat er an seiner eigene Erfindung geglaubt.

00:24:13: Ja, das ist doch schön!

00:24:16: Guck mal und dann hätten wir eben auch erzählen können was man heute halt so in Notaufnahmen erlebt.

00:24:21: also ich musste gerade daran denken es gehört auch zu dieser Ausbildung so zwei Wochen in der Notaufnahme.

00:24:28: und da erinnert mich noch da kam ein Mann auch.

00:24:30: der war irgendwie morgens umgekippt und hatte sich auch so ein bisschen komisch gefühlt.

00:24:35: aber das war eigentlich einen ganz normaler Morgen bei ihm gewesen.

00:24:39: Und dann haben die dort festgestellt, dass er auch einen Herzrückmacher braucht.

00:24:44: Ich hab ihm noch so im Ohr, weil ... Er saß da so und hatte quasi so ein bisschen war so ready fürs Büro.

00:24:50: Achso!

00:24:51: Und saß ja jetzt mitten in diesem Schockraum und war so wie jetzt?

00:24:55: Und dann alle so

00:24:56: Ja, jetzt!

00:24:57: Boah... Also das wird heute noch passieren.

00:25:00: Ja.

00:25:00: Dann kam auch irgendwie Freunde von ihm und hat den ersten Schock schon verarbeitet und hat denen das noch erzählt.

00:25:09: Alle waren so wow irgendwie verrückt, dass das jetzt dann so schnell passiert.

00:25:13: Aber es war quasi was, was ihm wahrscheinlich noch gar nicht in seinem Leben aufgefallen war.

00:25:19: Bei ihm war das noch nicht soweit gekommen, dass er da jetzt irgendwie zehn mal am Tag ohnmächtig geworden ist.

00:25:26: und trotzdem ist die Medizin einfach so weit, dass man das jetzt schon entdecken kann wenn jemand da eine Auffälligkeit hat.

00:25:34: Und dass man so einen Zustand gar nicht erst abwarten muss.

00:25:36: ne?

00:25:37: Genau!

00:25:38: Präventiv fast so ein bisschen.

00:25:40: Ja, weniger Risiko.

00:25:44: Ja, wahrscheinlich kennt ihr auch eine Person mit Herzschrittmacher.

00:25:46: Es ist mittlerweile ein Standard geworden.

00:25:49: für Arne Larsson ging es auch richtig gut weiter.

00:25:52: er ist sechsundachtzig Jahre alt geworden konnte noch schwimmen Radfahren tanzen fliegen und so weiter richtig das Leben genießen.

00:26:00: aber Arne hat in seinem Leben insgesamt mehr als zwanzig Herz schrittmachers gehabt also ne ganze Menge OPs die er da über sich ergehen lassen musste.

00:26:14: Ja, er hat sein Leben damit zurückbekommen dank dieser Entwicklung von Rune Elmquist.

00:26:21: Ich glaube der hat alle Modelle an Herzschrittmachen durch die es dann so gab.

00:26:25: also

00:26:26: ja eher war quasi wieso wie so die Biografie des Herzschrittmacher oder der zeitstrahl des Herz-Schrittenmacher.

00:26:33: Hat er zu Hause eine Vitrine?

00:26:35: Und das am Lungen vielleicht, wer weiß... Ja!

00:26:38: Der Spiegel hat über den Herzschrittmacher, also die haben auch einen Artikel darüber geschrieben und der hat die Überschrift Retter aus der Schuhcremendose.

00:26:48: Ich fand ganz spannend dieses Wort Retter oder die haben von einem Wunder gesprochen und dass man das wirklich

00:26:54: damals

00:26:55: mit der medizinischen Raumfahrt zum Mut verglichen hat.

00:26:59: Also so groß war dieser Schritt, dass du auf einmal Herzrhythmacher implantieren konntest.

00:27:06: Es gab auch schon früher Experimente die so gucken wollten wie können wir das Herz am Schlagen halten?

00:27:13: Zum Beispiel auch von Alexander von Humboldt.

00:27:16: Der hat wohl mal mit Kanarienvögeln experimentiert und es an kanarien vögeln bewiesen Das so elektrische Signale da ein Takt geben können fürs Herzen.

00:27:28: Und dann gab es auch so Versuche mit Gefangenen, die nach der französischen Revolution mit Geotine hingerichtet wurden.

00:27:36: Das heißt das waren geköpfte Menschen.

00:27:39: und da gab's auch Versuche ob wenn man schnell reagiert, ob man die mit Strom wiederbeleben kann.

00:27:48: also ja das hat nicht geklappt aber Man konnte wohl trotzdem sehen, dass da irgendwie der Strom noch einen Einfluss hat.

00:27:57: Da ist die Forschung jetzt eben viel weiter dann gegangen und den wichtigsten Schritt haben da Rune und Arke gemacht!

00:28:05: Ja also diese Schrittmacher können viele stille Tode verhindern Und nach dieser Folge können wir euch die Folge über Andreas Grünzig auf jeden Fall mal empfehlen.

00:28:17: Der hat den Balloncatheter entwickelt und zwar am Küchentisch, also auch von ganz woanders her gekommen irgendwie.

00:28:25: Auch ein bisschen improvisiert ist!

00:28:27: Ja, total.

00:28:28: Und es ist auf jeden Fall auch eine Technik mit der man für Operationen bis ans Herz herankommt ohne viel aufzuschneiden.

00:28:35: allein die Entwicklungen um Operationen herum also um die eigentliche Sache herum sind ja wirklich beeindruckend und werden immer Feiner und mit immer weniger Intervention.

00:28:48: ist das verbunden teilweise mit Robotern und Kameras.

00:28:52: Da Vinci heißt er übrigens dieser Roboter?

00:28:55: Stimmt, ja, genau weil der quasi diese Schichten so freilegen kann ohne dass man da was aufschneiden muss.

00:29:02: also eine absolute Revolution die damals bei dem Fall von Andreas Grünzig sehr belächelt wurde, dass man damit so einen Ballonkatheter schon ein Herz wieder reparieren kann.

00:29:15: Ja und bei ihm war es ja dann so, er war eigentlich voll überzeugt davon aber seine Kollegen haben's voll belächelt also er wurde erstmal ziemlich gemobbt für seine Erfüllung.

00:29:27: Wahnsinn was ist das?

00:29:29: Ja, spannende Folge die wir euch zu weitererhören empfehlen können.

00:29:32: Sonst natürlich die Folge am Science-Amstag.

00:29:35: alles wie immer.

00:29:36: Und euch hat diese Folge Spaß gemacht!

00:29:38: Wir hören uns nächste Woche bis dahin.

00:29:41: Macht's euch schön

00:29:42: und Tschüss!

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