John Franklin: Gefangen im Eis
Shownotes
Diese Folge wird kalt… eiskalt! Wir gehen auf Expedition mit John Franklin, einem Seefahrer und Abenteurer, der im Sinne der Wissenschaft mit zwei Schiffen in die Arktis segelte und nie zurückkehrte. Die modernen Schiffe scheinen spurlos verschwunden, die gesamte Crew ist verschollen und von John fehlt jede Spur. Die Erforschung des Expeditionshergangs entwickelt sich zu einer eigenen Forschungsexpedition. Wir zeichnen die Geschehnisse nach. Einige Geheimnisse werden aber für immer bleiben!
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Transkript anzeigen
00:00:00: Schönen Seinsamstag!
00:00:02: Wir hoffen, ihr habt es schön und habt's gemütlich.
00:00:06: Und muckelt euch irgendwie gut ein und seid trotzdem bereit für einen Abenteuer.
00:00:12: Wir hatten nämlich mal so richtig Lust auf eine Abenteuern- und Expeditionsgeschichte... ...und wir wagen uns vor in Gefielde, in denen wir wirklich noch nie unterwegs waren.
00:00:23: Und wahrscheinlich die meisten von euch noch nicht.
00:00:26: Weder hier im Podcast war mir da unterwegs noch.
00:00:29: Es wird privat.
00:00:29: Also es ist sehr, sehr anders als alles was wir kennen.
00:00:35: Es wird einzigartig!
00:00:37: Ich glaube das wird richtig aufregend.
00:00:40: Richtig hart auch zwischendurch.
00:00:42: Wir hoffen also ihr habt gute Nerven für diese Folge und dieses Abenteuer.
00:00:47: Wir sprechen heute über John Franklin und seine Expedition ins ewige
00:01:01: Eis.
00:01:05: Wir waren hier schon mal bei den Seefahrer-Geschichten in verschiedenen Folgen.
00:01:10: Aber jetzt zuletzt haben wir uns damit auseinandergesetzt, während wir über die Behandlung von Skorbut gesprochen haben und James Lindt, der ja die heilende Wirkung von Citrusfrüchten erkannt hat.
00:01:22: also wenn man Skorboot hatte oder Vorbeugend, damit man das gar nicht ist bekommt sollte man dann Zitrusfrüchte essen und es hat tatsächlich gewirkt.
00:01:31: Das hat er herausgefunden und da wurde es einem fast so ein bisschen warm weil die Geschichten ja teilweise auch in sie auf die Zilien gespielt haben und man hatte irgendwie so einen Warmes-Sommer-Gefühl mit diesen leuchtenden Zitrussfrüchten und so.
00:01:47: heute müssen wir uns hingegen richtig richtig richtig warm anziehen denn es wird extrem!
00:01:58: Wir sprechen über eine Geschichte, die bis heute als einer der größten Rätsel der Seefahrer-Geschichte gilt.
00:02:05: Also nicht nur die Expedition selbst hat quasi mit Forschung zu tun auch dann später.
00:02:11: was man über diese Expedition dann erforscht hat, ist quasi Teil der Forschung.
00:02:17: Es geht um John Franklin, einen britischen Offizier, ein Entdecker und Polarforscher, der mit onehundertundzwanzig Männern in den Arktis verschwunden ist.
00:02:30: Doch bevor wir über die Expedition sprechen schauen wir erst einmal darauf wer dieser Mann überhaupt isst denn Johns Weg beginnt lange bevor er ins ewige Eis aufbricht
00:02:41: Und zwar, siebzehnhundertsechsundachtzig.
00:02:44: Also vor zweihundertvierzig Jahren.
00:02:46: Da wird er in einer englischen Kleinstadt geboren und seine Familie wünscht sich eigentlich dass der Theologe wird.
00:02:53: Ich finde das kommt in vielen auch von diesen forschenden Geschichten vor... Ja!
00:02:57: ...dass da eigentlich immer so Plan A der Eltern für die Kind war?
00:03:01: Theologie!
00:03:02: Theologee
00:03:02: ja.
00:03:03: Und es ist halt schon ein bisschen konträr.
00:03:05: ne, dass man sich dann quasi nicht dem Geistlichen widmet sondern irgendwie so den Weltlichen der Wissenschaft.
00:03:11: Ja, richtig!
00:03:12: Also
00:03:13: auch
00:03:13: John interessiert sich irgendwie schon als Jugendlicher für ganz andere Dinge und zwar für Abenteuer und das Meer.
00:03:21: also das fixt ihn schon sein Leben lang an und das interessiert ihn auch viel mehr als dieses Jahr.
00:03:29: Es kommt ihm zumindest vor, er ruhige Leben in der Kirche.
00:03:33: Mit gerade mal fünfzehn Jahren geht er deshalb schon zu Royal Navy und dort beginnt ja eine harte Ausbildung auf britischen Kriegsschiffen.
00:03:43: John erlebt schon früh also lange Reisen schwere Stürme militärische Einsätze auf See und kennt dieses Seefahrerleben schon seit er Teenager ist.
00:03:55: Ja auch Wahnsinn wenn ich mir irgendwie mich selbst als fünfzehnjährige Vorstelle und überlege, ich werde da auf so einem Schiff unterwegs, wo du auch nicht weißt wann du wiederkehrst.
00:04:06: Und ob das jetzt ein Abschied für einen Jahr ist oder für zehn Jahre?
00:04:11: Also
00:04:12: das stelle ich mir auch jetzt schon ganz anders vor als eine Sizilien Segeltour oder so.
00:04:19: Das stimmt.
00:04:20: Oh ja, oh Gott!
00:04:21: Ich musste auch viel an unsere Mini, dass da wirklich dann so eine Mini-Ausflug ... Wir sind ja mal nach Schweden gesegelt von Deutschland aus.
00:04:29: Musste ich jetzt auch wieder viel daran denken.
00:04:31: das war ja wirklich nichts dagegen was er da erlebt hat.
00:04:36: aber gut vielleicht kann man sich schon vorstellen wie sehr man so dem Wasser ausgesetzt ist und dass man sich um guckt es einfach gefühlt nicht drum herum.
00:04:44: Aber natürlich heutzutage hast du ja immer sind so viele Schiffe drum herum, du kannst schnell Hilfe holen.
00:04:50: Du hast irgendwie gute Rettungsbrote und so weiter.
00:04:52: also wenn was passieren sollte.
00:04:54: ja das gab es damals natürlich nicht.
00:04:57: Es zeigt sich jetzt aber wirklich dass er ein großes Geschick hat auf Schiffen unterwegs zu sein, dass er auch sehr sehr ehrgeizig ist.
00:05:05: und er nimmt dann an mehreren Expeditionen teil- und kämpft sogar in der berühmten Schlacht von Trafalgar unter Admiral Nelson.
00:05:13: Später reist er denn in die Arktis, macht sich dort auch als Entdeckereinnahmen.
00:05:19: allerdings verlaufen diese Expedition nicht immer erfolgreich.
00:05:23: bei einer früheren Reise leiden seine Männer unter extremen Hunger.
00:05:28: deshalb John später den Spitzenamen Der Mann, der seine Stiefel ist bekommt, weil die Crew angeblich sogar Leder kocht um zu überleben.
00:05:39: Uff!
00:05:40: Richtig krass und kleiner Vorgeschmack was später auf einer Expedition passieren wird.
00:05:45: bei
00:05:46: ihm Boah, da kriegt man jetzt schon irgendwie die ersten Shower finde ich.
00:05:50: Und John hat in dieser Zeit aber trotzdem noch Glück denn in der Zeit in der er über die Weltmeere segelt wird das Reisen für Expeditionen erst so richtig interessant.
00:06:00: Nach dem Sieg über Napoleon gilt England als unbestrittene Weltmacht.
00:06:05: Die Kriegsflotte wird abgebaut und die Engländer widmen sich jetzt Forschungsreisen.
00:06:10: Das heißt Man kann reisen mit Schiff zum Forschen
00:06:15: Ja, und das kommt ihm ja gerade gelegen.
00:06:17: Also klar er wäre wahrscheinlich auch in Kriegszeiten irgendwie im Schiffsbusiness unterwegs gewesen.
00:06:24: aber das Ganze ist natürlich erstmal ein bisschen ungefährlicher wenn das Schiff dann nicht noch auf See angegriffen wird oder selbst andere Schiffe Ja, Land angreift.
00:06:35: Und... Ja!
00:06:38: Da will ich mich gar nicht reinversetzen wie krass das sein muss.
00:07:03: eisfreies Polarmeer.
00:07:05: John ist der Kommandant der Trend, die Expedition segelt dann erst mal nach Spitzbergen und jenseits von seventy-fünf Grad nördlicher Breite schneit es.
00:07:16: Die Tacklage vereist die Besatzung schlägt wohl mit Stöcken auf die Tauer um sie beweglich zu halten und bei minus Einenund
00:07:26: Achtzig
00:07:27: Grad verkeilen sich die Eisschollen dann ineinander.
00:07:32: Das kann man sich ja kaum vorstellen, so kalt.
00:07:34: Ja und wirklich ist es richtig krass!
00:07:37: Und dann gibt es den Befehl zur Umkehr und das zeigt einfach Eis kann ein wirklich unbezwingbarer Gegner sein, ist aber nur ein kleiner Vorgeschmack darauf was ihm auf einer anderen und ja so viel kann man jetzt schon mal sagen seiner letzten Expedition begegnen wird.
00:07:57: Man muss aber sagen, bei dieser Expedition die da im Endeffekt jetzt auch nicht erfolgreich war stellt sich heraus dass John ein sehr guter Kapitän ist.
00:08:06: Also er konnte sich da wirklich auszeichnen gilt von da an in England als Held und das schafft ihm dann neue Aufträge und meist geht's bei diesen Aufträgen dann darum ja so bestimmte Landabschnitte oder auch Felsen- oder Küstenabschnitten insgesamt zu kartieren Länder und Kontinente zu vermessen.
00:08:28: Also das war ja alles noch ganz unbekannt, man konnte nicht einfach drüber fliegen und von allem mal ein Foto machen und deswegen muss man eben zur See fahren.
00:08:38: Ja, und er wird nicht nur für das bewundert was er so kann also was er da an Bord drauf hat sondern auch einfach er gemeint für seinen Mut und seine Ausdauer.
00:08:48: Also dass er sich diese Reisen traut und genau deshalb bekommt er schließlich den Auftrag für eine der wichtigsten Expeditionen seiner Zeit.
00:08:57: Mitte des neunzehnten Jahrhunderts versucht Großbritannien nämlich die Nordwestpassage zu finden, einen Seeweg durch die Arktis der Europa und Asien verbindet.
00:09:07: Und wer diese Route entdeckt – das ist damals schon klar!
00:09:11: Der wird Geschichte schreiben, denn vor John haben schon zahlreiche andere Seefahrer genau das versucht und unzählige Menschen sind bei diesem Versuch
00:09:21: gestorben.
00:09:22: Jetzt ist er dran.
00:09:24: Ja jetzt will John Franklin schaffen was keiner vor ihm geschafft hat Die große Expedition.
00:09:35: John ist zu diesem Zeitpunkt fast sechzig Jahre alt, viele halten ihn eigentlich schon für viel zu alt für so eine gefährliche Reise aber er will sich beweisen und das ist
00:09:46: wirklich die Lebensmission.
00:09:48: Ja genau ja total.
00:09:49: und dadurch dass so viele schon gescheitert sind wächst natürlich dann auch Die Gier.
00:09:55: danach ist zu schaffen
00:09:56: und es dann
00:09:57: doch irgendwie allen zu beweisen.
00:09:59: Und der erste zu sein, jetzt werden zwei Schiffe vorbereitet die HMS Erebus und die Hms Terror.
00:10:07: beide Schiffe gelten als technisch modern aus Holz aber mit Eisen verstärktem Bug.
00:10:13: Es wird eine Dampfmaschine eingebaut, die die Crew unabhängig vom Wind macht.
00:10:18: auch das ist so der neueste technische Stand Und die damit betriebene Schiffsschraube kann dann bei Eis in einen Schacht im Bootskörper hochgehieft werden.
00:10:28: Also eigentlich alles durchdacht, es gibt außerdem Rohre, die im Schiff verlegt werden durch die so Dampf also erhitztes Wasser geleitet werden kann sodass einige Räume sogar beheizt war.
00:10:40: sind klingt irgendwie cozy
00:10:43: und
00:10:44: das Ganze wird sozusagen so ausgestattet dass ist auf dem neuesten technischen und wissenschaftlichen Stand ist, und keine Eventualitäten zulässt.
00:10:54: So konnte man es irgendwie sagen, musste ich jetzt noch mal daran denken und auch eine Empfehlung aussprechen.
00:11:00: Ich war jetzt am langen Wochenende im Schiffsmuseum in Lelystad.
00:11:05: Das ist am Eiselmeer in den Niederlanden.
00:11:07: das kann ich sehr empfehlen und da konnte ich mich auch nochmal gut reinversetzen.
00:11:11: Perfekte Vorbereitung für die
00:11:12: Folge!
00:11:13: Ja wirklich wie das ist auf so einem Schiff zu leben weil der ist ein sehr großes Schiff ausgestellt was da im Hafen liegt und man kann sich die Kajüten angucken die Toiletten und wo der Kapitän geschlafen hat.
00:11:28: Es ist richtig interessant, man merkt aber auch wie beengt das ist.
00:11:33: Das war ja ein Bruchteil der Menschen, die da sonst so unterwegs waren.
00:11:37: Wir lagen irgendwie sicher vor Anker.
00:11:39: Du musst da ständig den Kopf einziehen, dich ständig ducken, stößt überall an... Also das ist schon krass!
00:11:47: Aber natürlich Abenteuer pur auf jeden Fall.
00:11:50: Schiffsmuseum in Lelystad kann ich sehr empfehlen.
00:11:53: Sehr guter Chip.
00:11:55: und also bei John jetzt auf dem Boot haben sie auch erst mal das Gefühl, okay es ist hier zwar ein bisschen beengt und es ist ein absolut großes Abenteuer was wir vorhaben.
00:12:05: aber eigentlich die Expedition ist perfekt organisiert.
00:12:08: neben der Erkundung einer Nordwest-Pastage sollen auch noch geomagnetische Messungen und meteorologische Beobachtungen gemacht werden wenn Sie schon unterwegs sind.
00:12:18: Auch einen Naturkundler ist deshalb an Bord der beiden Schiffe hat auch eine eigene Bibliothek.
00:12:25: Ich weiß nicht, ob das das Schiff auch hatte was ihr angucken konntet?
00:12:29: Nee!
00:12:30: Mehr als tausend Bücher hatten die da an Bord Vorräte für drei Jahre.
00:12:36: darunter sind zum Beispiel zweiundsechzig Tonnen Mehl.
00:12:39: Viertausend Zwarhundert Liter Zitronensaft.
00:12:42: Wir erinnern uns an die Scorebootfolge warum der wichtig ist.
00:12:46: und jetzt neueste Errungenschaft Hause sind Konservendosen mit eingekochtem Fleisch.
00:12:52: Also die waren schon... sehr, sehr gut ausgestattet.
00:12:55: Die Crew hat da ein absolut gutes Gefühl.
00:12:59: als sie starten und als die beiden Schiffe jetzt England verlassen stehen am Hafen auch wie.
00:13:05: ich stelle es mir fast vor wie bei so einem Raketenstart ganz viele Menschen die jubeln die diese Crew anfeuern und alle sind total hyped dass diese Mission diese Expedition jetzt beginnt und niemand wird ahnen das dieses Winken und Jubeln aber der letzte Abschied für die Crew sein wird.
00:13:26: Ja,
00:13:27: richtig unheimlich!
00:13:29: Übrigens besteht die Crew nur aus Freiwilligen.
00:13:31: also alle haben aus voller Motivation an dieser Expedition teilgenommen.
00:13:38: Die Reise beginnt jetzt zunächst ruhig, die Expedition macht halt in Grönland und nimmt weitere Vorräte auf und in der Zeit verfasst der dritte Offizier der Expedition noch folgende Nachricht Wir sind sehr glücklich und sehr stolz auf Sir John Franklin.
00:13:53: Er gewinnt noch, je näher wir ihn kennenlernen – also alle voll des Lobes!
00:13:59: Und alle sind glücklich.
00:14:00: zufrieden wie es bisher gelaufen ist.
00:14:03: Danach fahren die Schiffe Richtung kanadische Arktis und im Juli-Achzehnfünfundvierzig sehen Wahlfänger die Erebus und die Terror zum allerletzten Mal in der Bethan Bay.
00:14:15: danach verschwinden sie spurlos.
00:14:19: Es gibt keine Briefe, keine Nachrichten.
00:14:22: Nichts einfach weg!
00:14:25: Das ist gruselig.
00:14:27: Ja am Anfang machen sich da aber noch nicht sofort Menschen Sorgen weil es ist auch normal dass so große Reisen mehrere Jahre dauern.
00:14:39: also damit hat man irgendwie gerechnet.
00:14:41: doch es bleibt einfach still und diese Stille wird langsam richtig unheimlich Vor allem eine, die macht sich jetzt ganz besonders große Sorgen.
00:14:51: Und zwar die Ehefrau von John Jane Franklin und sie drängt die britische Regierung jetzt dazu bitte endlich suchtruppslos zu checken.
00:15:01: Die sagt ihr müsst euch jetzt mal bitte nachgucken.
00:15:04: das ist so lange schon still!
00:15:06: Und diese Suche entwickelt sich dann aber selbst zu einer riesigen Geschichte Denn immer mehr Expeditionen fahren jetzt hinterher, fahren in die Arktis und versuchen irgendwelche Hinweise zu finden.
00:15:20: Aber jeder dieser Suchtrupps macht ja wie eine kleine eigene Expedition.
00:15:23: Ja, total!
00:15:25: Genau und nimmt auch wieder Gefahr auf sich.
00:15:27: In achtzehntundfünfzig entdecken Suchtrops dann auf Beachy Island drei Gräber von Crewmitgliedern Und das ist der erste echte Hinweis darauf was passiert sein könnte.
00:15:39: Die Männer sterben offenbar schon während des ersten Winters, in dem sie da unterwegs sind.
00:15:45: Trotzdem wirken die Gräber irgendwie ordentlich und sorgfältig angelegt... ...und das deutet darauf hin dass die Crew zu diesem Zeitpunkt zumindest irgendwie noch Hoffnung hatte und auch noch Kraft überhaupt diese Gräbe anzulegen.
00:15:58: also es sieht eigentlich ganz gut aus und ist halt der aller aller erste Hinweis.
00:16:05: Jahre später können Forschende die Leichen noch ein bisschen genauer untersuchen und dabei stoßen sie jetzt auf neue Hinweise, und zwar die Männer vielleicht an Krankheiten gestorben sind, genauer genommen an Bleivergiftung.
00:16:21: Und das führt sie zu einer neuen Theorie, denn erinnert euch... Die Expedition hatte ja sehr viele Konservendosen an Bord!
00:16:30: Das war damals was.
00:16:31: man hat sich total gefreut dass man die hatte, denn das war noch eine ganz neue Erfindung und meine Historiker glauben heute, dass das schlecht verarbeitete Blei aus den Dosen, die Männer langsam vergiftet haben könnte.
00:16:44: Also das könnte die Gesundheit und sogar dann ihre Entscheidungen auch beeinflusst haben, diese wahnsinnige Vergiftung?
00:16:52: Ja also genau wenn man dann halt schon nicht mehr ganz so bei sich war und die haben es ja alle gegessen Dass es dann vielleicht irgendwie dazu geführt hat, dass eben falsche Entscheidungen getroffen wurden.
00:17:04: Ja, richtig gruselig!
00:17:06: Und der entscheidende Fund kommt aber erst.
00:17:08: eighteen-neunundfünfzig auf King William Island entdeckt einen Suchtrupp eine Nachricht in einem Steinhügel und diese Nachricht verändert plötzlich alles denn darin steht das die Schiffe schon seit.
00:17:32: und mit dieser Nachricht zeichnen sich so langsam die Geschehnisse der Expedition ab.
00:17:39: Endlich, endlich hat man da irgendwie Hinweis, wie das Ganze abgelaufen sein könnte.
00:17:46: Und wir können diesen Ablauf jetzt mal versuchen nachzuzeichnen.
00:17:50: also am Anfang verläuft die Reise zunächst gut dann wird sie aber von dem Wachstum Eismassen gestoppt.
00:17:57: John dreht nach Süden um umrundet Cornwallis Island und überwintert auf Beachy Island.
00:18:05: hier sterben drei seiner Leute.
00:18:07: danach fährt John vermutlich nach Südwest in den Pilsound, von dort aus nach Süden.
00:18:13: Im Herbst, abends von K-Felix geraten die Schiffe dann ins Packeis und wahrscheinlich hacken die Männer sie wieder frei segen das Eis auf Kämpfen gegen die Naturgewalt aber frieren trotzdem Und dabei haben sie noch Glück, dass die Schiffe an dieser Stelle noch nicht zerbersten.
00:18:35: Aber das ist schon ein absolut kritischer Punkt!
00:18:38: Ja auf jeden Fall und das ist eigentlich auch so der Endpunkt dieser Expedition.
00:18:44: Das wissen Sie natürlich zu dem Zeitpunkt noch nicht.
00:18:46: Ich finde es einfach so eine krasse Vorstellung, dass du dann da feststeckst und ja dein Fortbewegungsmittel einfach nicht mehr funktioniert und du da gefangen bist aber trotzdem halt am Leben und du weißt deine Vorräte gehen zu Ende, also richtig schrecklich.
00:19:07: Sie überwintern dann ein zweites Mal aber auch im Sommer.
00:19:10: acht zwar siebenundvierzig taunen die Eismassen nicht auf.
00:19:13: in diesem Sommer stirbt John dann.
00:19:16: Es muss ein drittes Mal im Eis überwintert werden.
00:19:20: Das heißt, wir sind jetzt schon im dritten Jahr... Die
00:19:21: gleichen Stelle einfach!
00:19:23: Genau ja und was das jetzt heiß ist kaum zu beschreiben.
00:19:27: also Dunkelheit, klirrende Kälte kein Zeitgefühl Todesangst die stecken da fest wissen nicht ob sie jemals daraus kommen.
00:19:37: Und diese Eisenmassen schieben die Schiffe wohl so dreißig Sehmeilen nach Südwest.
00:19:43: Sie sind nur noch zwölf SehMeilen von der Nord-Westküste vom King Williamsland entfernt.
00:19:49: und dann treffen die geschwächten Seeleute eine ganz krasse Entscheidung, am Zweiundzwanzigsten April, Achtzehn und Achtundvierzig verlassen sie wohl zu Fuß die Schiffe!
00:20:00: Und jetzt beginnt der Albtraum erst so richtig.
00:20:04: mehr als hundert Seeleutte ziehen Zu Fuß, man muss das nochmal sagen durch die Arktis und dass drei Jahre nachdem sie sozusagen noch da fest also haben ja schon drei jahre da festgesteckt sind schon total geschwächt.
00:20:18: Sie schleppen jetzt Boote und Vorräte über das Eis und hoffen irgendwie das kanadische Festland zu erreichen aber die Bedingungen sind wirklich brutal.
00:20:29: Jetzt haben sie auch nicht mehr den Schutz ihrer Schiffe.
00:20:32: Die Temperaturen sind weit unter null Grad.
00:20:35: Hunger, Krankheiten und völlige Erschöpfung begleiten sie auf diesem Weg.
00:20:41: aber das ist quasi der letzte Rettungsanker denen sie sich erhoffen, also dass die da irgendwie noch mal rauskommen.
00:20:48: Ja aber ihr müsst euch vorstellen... Also die sind ja jetzt unterwegs egal wo Sie hingucken.
00:20:52: Sie sehen quasi endlos Eisflächen.
00:20:55: Sie haben natürlich nur noch kaum Nahrung dabei.
00:20:59: es ist dunkel.
00:21:00: viele Männer sind wahrscheinlich schon eigentlich viel zu schwach zum Laufen weil sie ja schon länger da nur ausgeharrt haben, die sich kaum bewegen konnten kein Essen hatten.
00:21:11: Ich berichte später europäischen Seeleuten, dass sie diese Männer halt total orientierungslos durch die Gegend ziehen sehen haben.
00:21:21: Die schon ausseilen und führen sich kurz vom Zusammenbruch stehen.
00:21:24: einige sind dann auch zusammengebrochen sterben Einfach mitten im Schnee.
00:21:29: Heute weiß man, dass King William's Land eine Insel ist?
00:21:33: Das heißt hätte John versucht östlich an ihr vorbeizusegen, wer er aus dem Eis freigekommen denn auf dieser Seite taute es regelmäßig.
00:21:42: Heute weiss man auch das genau dort die Nordwestpassage verläuft Weiß man halt leider erst heute.
00:21:50: Sie hatten keine Ahnung davon zu dem Zeitpunkt, leider und so nahm die größte Tragödie, die sich je auf einer Polarfahrt ereignet hat ihren Lauf.
00:22:00: Dann tauchen noch viel düstere Hinweise auf.
00:22:03: Forscher finden später Knochen mit Schnittspuren und das deutet darauf hin dass die Männer in ihrer Verzweiflung Cannibalismus betreiben Und für die damalige britische Gesellschaft ist es wirklich ein riesiger Schock grauenhaft.
00:22:19: Viele wollen diese Berichte erst mal auch gar nicht glauben, aber moderne Untersuchungen bestätigen diese Theorie und ja bestätigend dass diese Hinweise wahrscheinlich stimmen und das muss also macht nochmal bewusst in was für einer krassen Ausnahme- und Notsituation die Männer da waren über Jahre!
00:22:43: Ja, und ist auch interessant welche Rolle die Inuit dabei spielen.
00:22:47: Denn sie erzählen den Suchtrops schon früh dass Sie verhungerte Männer- und verlassene Schiffe gesehen haben.
00:22:54: lange Zeit ignorieren die britischen Forscher diese Berichte aber oder halten sie für übertrieben?
00:22:59: Heute weiß man das.
00:23:01: viele Aussagen der Inuit erstaunlich präzise waren Und ohne ihr Wissen wären viele Hinweise wahrscheinlich niemals entdeckt worden.
00:23:11: Also da sind sie quasi auch, ja gab es so viele Vorurteile den Inuit gegenüber dass denen einfach nicht geglaubt wurde.
00:23:22: Einfach ignoriert wurde.
00:23:23: wo ich mir auch denke hey da sind doch Leute
00:23:25: die
00:23:27: das überlebt haben.
00:23:28: also wie kann man das denn ignorieren?
00:23:30: aber gut das war eine andere Zeit und trotzdem bleibt das jetzt alles ein riesengroßes seit Jahrzehnten ungelöstes Rätsel.
00:23:41: Denn eine Frage stellt sich immer wieder, wo sind eigentlich die beiden Schiffe?
00:23:47: Viele glauben irgendwann dass sie für immer verschwunden bleiben.
00:23:51: doch dann passiert etwas Unglaubliches.
00:23:53: im Jahr two-tausend vierzehn also noch gar nicht lange her entdeckt ein kanadisches Forschungsteam Die HMS Erebus auf dem Meeresgrund und zwei Jahre später findet man auch die HMS Terror.
00:24:07: Sie sind also aufgetaucht, aber eben gesunken.
00:24:12: Das stell ich mir auch so krass vor.
00:24:14: wenn du das dann entdeckst... Das ist ja nochmal eine eigene Forschung für sich, also da dann das Wrack zu inspizieren.
00:24:22: Wow!
00:24:23: Und ich finde noch krasser ist eigentlich dass das noch erstaunlich gut erhalten ist.
00:24:28: Also scheinbar hat das kalte Wasser die Gegenstände an Bord sehr gut konserviert denn die Forschen finden da noch Geschirr, Werkzeug, Kleidung persönliche Gegenständen auch die die Crew dabei hatte und manche Räume an Bords die wirken als hätte die Besatzung da erst, es werden sie erst vor kurzem ausgezogen.
00:24:50: Also man kann da wirklich noch ganz viel vom Schiff sich angucken und kann die so richtig begehen und das Spuren von dieser Crew unter Expedition finden und das sorgt dann natürlich weltweit nochmal für fette Schlagzeilen
00:25:08: Gibt mir wirklich so einen kalten Schauer.
00:25:11: Die Forschung um diese Expedition geht bis heute weiter, Wissenschaftler analysieren Knochen, Tagebücher und DNA-Spuren und immer wieder tauchen neue Hinweise auf die das Schicksal dieser Expedition besser erklären.
00:25:26: Trotzdem bleiben weiterhin viele Fragen offen, zum Beispiel warum sitzen die Schiffe so lange fest?
00:25:31: Warum verlassen die Männer ihre wahrscheinlich sichersten Zufluchtsorte dann irgendwann?
00:25:36: Also was gibt da den Ausschlag und wie genau stirbt überhaupt John Franklin und seine Crew?
00:25:43: also was hat er noch eine Rolle gespielt?
00:25:45: ne es gab jetzt zb auch diese Theorie mit der Bleivergiftung wo noch nicht ganz abschließend geklärt ist ob das tatsächlich
00:25:52: auch nicht schlecht.
00:25:55: Aber ja, also auf jeden Fall eine unheimliche und spannende Geschichte wenn man das so nennen darf.
00:26:02: Und vielleicht ist sie genau deswegen bis heute so faszinierend weil sie einfach abenteuer mit hoffnung verbindet mit katastrophe auch um die männer eigentlicher aufbrechen um ruhen und entdeckung zu finden komplett verschwinden in so einer lebensfeindlichen Welt aus Eis.
00:26:25: Und es zeigt irgendwie auch so ein bisschen eine trotz modernster Technik schützenden... Also die Natur ist halt erwarmungslos, also da kannst du dann noch so gut ausgestattetes Schiff
00:26:37: haben
00:26:40: und die Arktis ist dann am Ende stärker als Planung Erfahrung und Ehrgeiz Und deswegen hat es auch den großen John Franklin das Leben gekostet.
00:26:51: Genau deshalb bleibt eben diese Geschichte bis heute so unheimlich und spannend zugleich.
00:26:56: Ich muss sagen, wir sind jetzt frostelig, obwohl gerade die Sonne durch die Wolken gekommen ist.
00:27:02: also ich finde dass irre was diese Menschen auch schon bis dahin geschafft und überstanden haben und ja ab dieser Geschichte gerne gelesen.
00:27:14: aber es hat mir ein gutes Gefühl verschafft.
00:27:17: Total,
00:27:18: aber auch gut dass wir hier also an diesen Zeiten Samstag soll es in Köln dreißig Grad werden?
00:27:24: Dass wir am Sonntag übers ewige Eis sprechen.
00:27:27: Genau vielleicht ja genau gibt das euch dann wieder warme Gedanken, dass ist draußen.
00:27:33: Wir haben euch auch.
00:27:34: Genau, also jetzt dann vielleicht raus in die Sonne mit dieser spannenden Geschichte.
00:27:39: Ihr könnt gerne mal teilen ob es noch andere so Expeditionsgeschichten gibt, die euch interessieren.
00:27:45: Vielleicht haben wir da ja nochmal ein paar Gute, die wir euch hier erzählen können.
00:27:50: Mit euch auf Expedition zu gehen?
00:27:52: Ja!
00:27:53: Also das ist wirklich wissenschaftliche Arbeit.
00:27:57: Zwei fünf Punkt Null finde ich wenn man da auch noch seine Leben so riskiert.
00:28:03: Hut ab.
00:28:04: Es gibt ja auch viele Menschen, die heute noch so extreme Expeditionen unternehmen.
00:28:09: Wobei natürlich die Technik und die Voraussetzungen... Aber
00:28:13: es ist immer noch Abenteuer pur!
00:28:15: Ja auf jeden Fall wir hören uns dann nächste Woche wieder.
00:28:19: bis dahin machts euch schön und tschüss
00:28:22: tschüß.
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