Robin Cavendish: Sessel zum Atmen

Shownotes

Verliebt, verlobt – für immer verloren? Während Diana gerade ihr erstes Kind erwartet, bekommt ihr Mann Robin Cavendish eine Diagnose, die ihm nur noch ein paar Monate Lebenszeit prophezeit. Ein Albtraum! Sie versuchen aus Todesangst wieder Lebensmut zu machen, aber dafür brauchen sie die Hilfe von einem guten Freund und von Wissenschaft.

“Behind Science” gibt’s samstags – am Science-Samstag. Zwischendurch erreicht ihr uns per Mail und Instagram, und hier gibt's unsere Links, die gerade wichtig sind.

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00:00:00: Einen wunderschönen, seien Samstag wünschen wir euch.

00:00:03: Hallo!

00:00:04: Hallöchen ich kann ja hier direkt mal von einem kleinen Abenteuer erzählen was ich kürzlich erlebt habe.

00:00:09: Ja

00:00:09: du warst unterwegs?

00:00:11: Ich war auch einmal unterwegs und zwar nur ganz kurz aber an einem sehr spannenden Ort und zwar habe ich zwei Nächte mit Freundinnen in dem Baumhaus jetzt geschlafen und das noch richtig verrückt.

00:00:22: also es war wirklich ein kleines Haus wo quasi in der Mitte so ein fetter Ahornbaum war.

00:00:28: Ja, ich wollte nicht daran denken was mal wäre wenn es gewittert.

00:00:31: Ich glaube dann möchte man da nicht sein.

00:00:35: Aber ansonsten ein sehr schöner Ort.

00:00:38: also kann ich empfehlen guck gerne mein eurer Umgebung ob man da irgendwie in einem Baumhaus übernachten kann.

00:00:44: das war ein Abenteuer.

00:00:45: Hat bestimmt

00:00:46: einen Blitzableiter würde ich meinen?

00:00:48: Also kann ich mir sonst nicht vorstellen oder?

00:00:51: Glaub nicht, das war so ein bisschen selbst gebaut.

00:00:54: Das hatte immerhin oben drauf quasi wie noch so ein zweites kleines Haus wo das Wasser aufgefangen wird und es da nicht rein regnet.

00:01:02: Cass aber du hast mir... Naja erzähl nochmal?

00:01:06: Ja was ich auch halt zum Beispiel nicht bedacht hatte dieser Baum der wächst

00:01:09: ja Ja klar

00:01:10: auch in seinem stamm umfang.

00:01:13: das heißt die müssen dieses haus ständig anpassen.

00:01:17: von ihnen auch

00:01:18: ja klar

00:01:19: ich finde es auch witzig aber diese besitzerin die war so.

00:01:22: ja es ist immer auch ein ziemlicher akt aber sie fand es auch irgendwie großes abenteuer glaube

00:01:28: ich ja.

00:01:28: aber du hast mir ein bild geschickt und also erstmals aus wie aus dem bilderbuch so einen baumhaus also wie man so ein Bauhaus als kind malen würde und es sah riesig aus.

00:01:39: Ja, da ist auch ein Bad drin gewesen.

00:01:41: Gigantisch!

00:01:42: Ich habe mir das viel kleiner vorgestellt.

00:01:45: Boah, man konnte dazu viert drinnen übernachten.

00:01:48: gut.

00:01:50: Drin baden.

00:01:51: Baum!

00:01:53: Richtig schön, also finde ich richtig toll so ein kleines Mikroabenteuer.

00:01:58: Ja und halt dieser Baum wuchs da raus aus dem Dach quasi.

00:02:01: So sah es ja aus in diese riesige Krone.

00:02:04: Er ist schon verrückt.

00:02:05: Im Baum

00:02:05: geschlafen das richtig toll.

00:02:07: Schön Idee.

00:02:08: Und das Allertoilste fand ich war... Also egal aus welcher Seite du natürlich raus guckst siehst du direkt diesen Baum oder Felder oder irgendwas Grünes.

00:02:18: aber am allerschönsten fand ich eigentlich die Luft an diesem Ort.

00:02:22: Also du hast die Fenster aufgemacht und du hast direkt so Wiesen gerochen und dieses ganze Grün, ich glaube weil ... also Bäume machen halt einfach gute Luft!

00:02:33: Ich liebe, dass du an dir solche Sachen wahrnimmst.

00:02:38: Du nimmst auch ganz oft so ... Machst du mich drauf auf und sagst, da ist grad ein schönes Licht drüben?

00:02:44: Oh, das Licht war richtig

00:02:46: krass.

00:02:46: Das ist so richtig!

00:02:47: Ich find das so schön, weil du total ... Ja, da hast für so schöne Momente ... die anderen gar nicht so aufgefallen werden.

00:02:55: Die hätten das Fenster aufgemacht und dann hätten sie irgendwann nicht angefangen abzuspülen oder was auch in den Abwasch zu machen, oder so?

00:03:02: Und du nimmst erst mal einen tiefen Atemzug!

00:03:05: Das finde ich schön.

00:03:06: Aber genau das war wirklich wo ich dachte, boah diese Luft hier... hab' ich auch selten dass sich das so eröffnet.

00:03:13: Ja wahrscheinlich jetzt auch weil es wird kühler und ist irgendwie leicht feucht immer draußen schon wenn man Aufsteht.

00:03:22: und also ist mir auch schon aufgefallen.

00:03:25: Ich glaube, du hast mehr Natur um dich.

00:03:29: Du

00:03:29: kannst auch so in deinem Alltag in den Garten gehen.

00:03:32: aber ich kam quasi mitten aus der Kölner Innenstadt im Baumhaus und dann war das so oh mein Gott!

00:03:38: Meine Lungen, was ist hier los?

00:03:42: Hallo!

00:03:43: Der Reifenabrieb, den ich sonst einen habe.

00:03:45: Das

00:03:46: ist gar nicht Husten.

00:03:49: Ja, das war krass!

00:03:50: Also selten so bewusst geatmet und es gibt ja auch so Atemübungen die man so machen kann.

00:03:56: Das mache ich jetzt nicht so oft aber da habe ich ganz bewusst gemacht irgendwie.

00:04:01: Sobald wir darüber sprechen, habe ich das Bedürfnis so ganz tief mal einzuatmen.

00:04:04: Ich finde man atmet ja auch selten bewusst ein

00:04:08: und manchmal... Können wir alle noch einmal machen?

00:04:10: Ja, können wir alle mal.

00:04:15: Schön, das ist so ein schönes Gefühl für mich.

00:04:19: Manchmal hat man einen angespannten Tag und abends sitzt man da und bemerkt, ich habe nicht einmal heute bewusst eingeatmen und dann macht man das nicht.

00:04:28: Der Stress lässt schon ein bisschen nach.

00:04:30: Also, man kann wirklich sagen und damit gute Brücke zu unserer Folge frei atmen zu können ist ein Geschenk!

00:04:38: Und funktioniert ja normalerweise ganz automatisch.

00:04:41: unser Körper macht so zwölf bis achtzehn Atemzüge pro Minute wusste ich jetzt so konkret vor der Recherche dieser Folge auch noch nicht und hört erst damit auf zum Glück.

00:04:53: Ja, Schämmerform müsste das noch steuern Und hört erst damit auf, wenn unser gesamtes System ausgeschaltet ist.

00:05:00: Aber manchmal muss eben auch das Atmen unterstützt werden und dabei kann eine Erfindung über die wir heute sprechen lebensverändernd sein.

00:05:10: Wir sprechen heute über Robin Cavendish und die Erfindungen des ersten mobilen Beatmungsstuhls Mit Marie Eichhoff und Luisa Pfeifenschneider.

00:05:32: Dass wir auf diese Folge gekommen sind, das haben wir wieder euch zu verdanken.

00:05:36: Wir haben einen Tipp von Petra bekommen, die hat uns geschrieben.

00:05:40: Da freuen wir uns ja immer ganz besonders, wenn wir sehen OML-Postfach war eine Themenidee für euch!

00:05:47: Es ist einfach schön, ihr seid neugierig und macht uns dann mit neugirig.

00:05:51: Also es richtig ansteckend und hat dieses mal auch wieder gut geklappt mit dem Anstecken.

00:05:56: Total!

00:05:56: Ich finde das so cool und auf was für Leute ihr dann manchmal stoßt von denen wir noch nie... mitbekommen haben, also das ist ein richtiges Geschenk.

00:06:05: Mach gerne weiter damit!

00:06:07: Petra hat also geschrieben Hallo Marie hallo Luisa.

00:06:11: ich habe heute in dem Film so lange ich atme das erste mal von Cavendish chair gehört den Robin Cavendisch mit seinem Freund Edward Hall entwickelt hat eine sehr berührende Wissenschaftsgeschichte über eine bahnbrechende Entwicklung.

00:06:27: vielleicht wollt ihr mal darüber berichten?

00:06:29: Ich bin großer Fan von euren Podcast.

00:06:31: macht weiter so.

00:06:33: Ich bin immer sehr gespannt auf die nächste Folge.

00:06:36: Ja, wir auch in diesem Fall!

00:06:40: Wirklich?

00:06:40: Also was da schon stand mit berührende Geschichte das ist ja genau unser Ding.

00:06:45: also das wird ja klingt schon vielversprechend und eine Entwicklung wo so zwei Freunde beteiligt sind das finde ich auch sehr schön.

00:06:53: also dass finde ich schon mal alles top Voraussetzungen für eine gute Wissenschaftsgeschichte.

00:07:00: Und wir haben uns jetzt natürlich auch erstmal angeguckt.

00:07:03: dieser Film, ne?

00:07:04: Solange ich atme.

00:07:05: Was ist das eigentlich für ein Film?

00:07:06: Ist ja immer spannend wenn es darüber auch so Verfilmungen gibt über solche Geschichten und man kann den sogar komplett auf YouTube gucken.

00:07:13: Das ist jetzt natürlich ein Tipp den ihr nicht von uns habt.

00:07:16: aber wenn ihr wollt könnt ihr euch da den ganzen Filmen mal angucken.

00:07:19: Ja vielleicht sonst auch auf der Plattform Eures Vertrauens.

00:07:23: Ein bisschen mehr dafür bezahlen.

00:07:26: Jedenfalls ist der Film ein Drama basierend auf der biografischen Geschichte von eben Robin, um den es heute bei uns geht und besonders spannend erzählt wird die Geschichte von Jonathan!

00:07:38: Cavendish, der ist nicht nur Produzent von Bridget Jones sondern ihr habt es vielleicht schon gedacht.

00:07:44: Ganz anderes Genre?

00:07:45: Ja auch der Sohn von Robin richtig cool also.

00:07:50: der Film wurde von seinem eigenen Sohn produziert und das merkt man auch in diesem film denn es ist einfach eine Umarsch an dass was die Eltern von Jonathan da geschaffen haben aber auch ertragen mussten Umarsch auch an die Liebe zwischen diesen beiden Menschen, also den Eltern von Jonathan und ihrem Mut irgendwie immer weiter zu machen.

00:08:17: Also auf jeden Fall eine Geschichte mit sehr viel Gänsehautfaktor.

00:08:21: Und Jonathan erzählt die gesamte Geschichte natürlich nicht besonders distanziert.

00:08:26: Ich meine er war mittendrin dabei Ja sagt aber auch trotzdem viel aus wenn jemand so beeindruckt von einer Geschichte ist, dass er darüber ein Film macht.

00:08:37: und ja das dieser Film auch dann am Ende irgendwie so aufwendig produziert wird zeigt auch die Geschichte was hergibt.

00:08:46: Das tut sie auf jeden Fall sonst würden wir auch hier nicht darüber sprechen.

00:08:50: Und wenn man so beeintrückt es von seinen eigenen Eltern, dass man sich denkt das möchte ich jetzt verfilmten?

00:08:57: Ich kenne so einige Eltern von Freunden, die haben eine total schöne Liebesgeschichte oder kennenlernen Geschichte.

00:09:04: Da denke ich auch manchmal das könnte man genau so verfilmen.

00:09:09: aber wie schön wenn man sowas in der eigenen Familie hat.

00:09:14: Manchmal ist das Leben doch ein kleines Märchen irgendwie

00:09:18: voll.

00:09:18: Und dieser Film startet auch erst mal wie so ein liebes Film und wie so einen Märchen, aber wird sich dann noch zu einem ziemlichen Drama entwickeln?

00:09:29: Wir werden euch jetzt gleich erzählen warum diese Geschichte so beeindruckend ist!

00:09:32: Wir denken uns jetzt erstmal an den Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, denn Robin wird in middleton in england geboren.

00:09:40: Nach dem College ist er für mehrere Jahre in der Army, das wurde auch so ein bisschen familiär vorgegeben.

00:09:47: Er wird da, arbeitet sich hoch bis zum Captain aber dann schwenkt er noch mal um und ist jetzt gut ausgebildet und steigt ein als Händler in eine Tee-Handelsfirma.

00:09:59: Thompson Smithert heißt die also eher Baut diese Firma jetzt mit auf und die Firma handelt mit Tee aus Kenia.

00:10:08: Also da merkt man schon ein bisschen natürlich Zeit des Kolonialismus, also er als Engländer versucht jetzt den Tee von Kenia nach England zu bringen.

00:10:19: Genau!

00:10:20: Ja und er wird damit ein erfolgreicher Geschäftsmann und pendelt regelmäßig zwischen Kenia und England hin und her Und nach einem Cricket-Spiel, es sind auch so viele Klischees hier irgendwie so englisch.

00:10:31: Ja klar!

00:10:32: Die Tee-Fabrik und dann hier ein Cricket Spiel wo er eine Frau sieht...

00:10:36: Jetzt beginnt der Kitsch?

00:10:37: Genau und er verliebt sich hals über Kopf wie sollte es anders sein in diese Frau und diese Frau heißt Diana Blecker.

00:10:46: Es ist wirklich Liebe auf den ersten Blick.

00:10:48: die beiden heiraten neunster siebenundfünfzig in England und erwarten bald einen Kind.

00:10:54: Aber dann ist hier Ende mit Kitsch und ja alles rosa-rot.

00:11:00: Und zwar bekommt Robin eine wirklich schreckliche Diagnose.

00:11:05: Ja, nur ein Jahr nach der Hochzeit – Robin ist da gerade achtundzwanzig Jahre alt Passieren nämlich so ein paar Dinge, die sind irgendwie untypisch für ihn.

00:11:16: Also das fällt ihm dann schon auf.

00:11:18: Er spielt zum Beispiel Tennis und Stolpert und fällt hin einfach so komisch.

00:11:23: Dann wird er nachts wach weil sein Arm irgendwie so sehr weh tut.

00:11:28: Und dann passiert sogar dass er plötzlich komplett das Gefühl in seinen Gliedmaßen verliert Und da bricht jetzt natürlich eine kleine Panik aus.

00:11:37: Also wenn einem das passiert, klar können wir uns alle reinführen.

00:11:41: Das möchte man abklären lassen und er kann dann in den Krankenhaus nach Nairobi also es zu dem Zeitpunkt nämlich auch in Kenia gewesen und dort bekommt er jetzt die Diagnose, die sein Leben verändern

00:11:53: wird.

00:11:53: Ja!

00:11:55: Und die Diagnose lautet?

00:11:56: Er hat sich mit dem Virus polioinfiziert.

00:12:00: Polius damals vor allem eine Kinderkrankheit, also weil eben v.a.

00:12:04: Kinder sich damit anstecken und deshalb wird es umgangssprachlich auch Kinderlähmung genannt.

00:12:10: Wir hatten da schon mal eine Folge drüber mit Dorothy Horseman die an einer Impfung zu dieser Kinderlärmung gearbeitet hat Und in der Folge haben wir ausführlicher beschrieben wie viele Schrecken diese Krankheit verbreitet hat Die Straßen, wie leer gefegt.

00:12:28: In den Sommern wo dieses Polio krassiert hat sind die Leute einfach nicht mehr rausgegangen.

00:12:34: also ähnlich jetzt wie mit Corona nur dass tatsächlich... So

00:12:39: Angst hatten sie anzustecken ne?

00:12:41: Ja, dass die Folgen tatsächlich ja eigentlich fast noch ein bisschen gravierender waren weil auch die Heilungschancen noch viel viel schlechter waren denn diese.

00:12:53: dieses Virus lämpt die Muskeln und so kann es passieren, dass der gesamte Atmungsapparat gelämpft wird.

00:13:02: Also das man nicht mehr atmen kann betroffene einfach aufhören zu atmen weil die Muskeln gelämt werden und davon abgesehen arme Beine usw.

00:13:13: können nicht mehr bewegt werden.

00:13:14: Das heißt man wiegt einfach und im schlimmsten Fall wie gesagt hört die Atmung auf und deshalb ist es eben so eine tödliche Krankheit vor allem für Kinder.

00:13:23: Und das einzige was hilft, ist die sogenannte eisane Lunge.

00:13:27: Das ist ein Beatmungsgerät da ist man bis zum Hals eingeschlossen und über Unterdruck wird man dann beatmet.

00:13:38: also wirklich extrem beklemmende Vorstellung und auch für die Angehörigen nicht schön mit anzugucken.

00:13:44: Also, eigentlich ist es ein bisschen ... Wir haben da schon in der Folge mit Dorothy Horseman so ein bisschen ja uns das versucht vorzustellen.

00:13:52: Ein bisschen wie so einen Sarg, indem man liegt und hat der Kopf rausgeguckt.

00:13:56: Eigentlich isst er Körper tot und der Kopf und der Geist sind halt irgendwie noch da.

00:14:02: also eigentlich

00:14:03: ... Schlimmste

00:14:04: Vorstellung!

00:14:05: Wie so lebendig begraben zu sein?

00:14:09: Und dann halt Kinder.

00:14:11: Ja, ganz gruselig und irgendwann also das ging halt auch soweit dass so viele Menschen polio hatten Also sich damit infiziert hatten dass es auch gar nicht genug von diesen eisern lung gab.

00:14:24: ja und deswegen hat dort die eben dann auch parallel versucht da ein impfstoff zu entwickeln was der dann auch geklappt hat.

00:14:30: und das ist auf der grund warum polio heute eben Nicht mehr so ein Thema ist, wir sind einfach alle da gegen geimpft.

00:14:39: Aber ja das war damals noch eine ganz andere Situation und gar keine schöne Vorstellung.

00:14:44: jetzt gedanklich aber Robin betrifft das jetzt eben er isst nämlich selber ab dem Hals gelemt und die Ärzte sagen damals okay es sieht jetzt wirklich gar nicht gut aus wie geben dir noch ein paar Monate und vor allem musst du hier an einem Beatmungsgerät.

00:15:02: Und das jetzt, obwohl er ja kurz vorher noch der glücklichste Mann in der Welt war – also er war ja eigentlich gerade frisch verliebt, er war verheiratet, es war klar, er wird jetzt bald Papa, also Diana war ja gerade Schwanger und jetzt hängt er da an den Maschinen, er braucht einen Lufträuernsschnitt

00:15:20: immer

00:15:21: künstlich beatmet werden.

00:15:22: Also er hatte so einen Schlauch, der dann aus seiner Luftröhre führte und also er ist völlig am Ende!

00:15:29: Er hat eigentlich gar keinen Lebensmut mehr, er muss jetzt immer im Krankenhaus liegen an diesen Maschinen und das macht ihn ziemlich fertig.

00:15:38: Ja...also

00:15:39: man kann sich ohnehin schon vorstellen dass ein das fertig macht.

00:15:42: bei ihm stelle ich mir irgendwie auch vor, dass er einfach erstand ja so völlig im Leben und war auch glaube ich so ein aktiver Mensch und das ist ja so eine Bremse.

00:15:50: Also stell dir das nur mal vor, du bekommst diese Diagnose.

00:15:54: also eigentlich hat er ja nur irgendwie jemanden kribbeln.

00:15:57: da tat bar was weh und zack war er schon gelähmt und das Leben war eigentlich vorbei.

00:16:01: also ähm ja eigentlich das schlimmste was passieren kann und Diana hält aber zu ihm sie besucht ihn jeden tag weicht ihm nicht von der seite ...

00:16:15: für sie auch schlimm.

00:16:17: Ja, voll!

00:16:18: Beobachtet aber halt auch wie es ihm immer schlechter geht psychisch.

00:16:23: Sie hat ihn dann auch schnell von Kenia nach England in die Heimat verlegen lassen und da werden Menschen mit Polio nach der Akutphase so auf bestimmte Stationen verlegt, verwahrt könnte man fast sagen, wo sie dann langzeit beatmet werden... Es ist halt so eine komische Situation weil eigentlich können diese Menschen einfach nicht mehr am Leben teilnehmen, aber sie leben ja noch und

00:16:51: jemand

00:16:52: da jetzt dann sagt okay wir schalten hier die Maschinen ab oder so.

00:16:57: Das macht man natürlich nicht.

00:16:58: Die Menschen selbst können es nicht mehr machen.

00:17:01: Bei Robin

00:17:02: hat darüber nachgedacht?

00:17:04: Ja ich glaube er war wahrscheinlich nicht der Einzige der darüber nach gedacht hat, aber es hätte ja jemand anderes für ihn tun müssen und das ist ja ethisch so schwierig.

00:17:15: Also Robin ist total zermürbt, er findet das wirklich schrecklich und schlägt eben dann auch da ja nach wie du schon gesagt hast vor die Maschinen abzuschalten weil er eben auch sagt ich will dich dass du so ein Ehemann hast wie mich der hier die ganze Zeit liegt ich will dass du lebst und dass du rausgehen kannst und mit deinem Mann in den Urlaub fahren kannst und Leben führen kannst.

00:17:37: Dein Sohn auch mit aufzieht usw.

00:17:40: Und das kann er halt nicht Ja, aber sie spricht ihm immer wieder Mut zu und bleibt an seiner Seite.

00:17:49: Und das lag ja natürlich auch an dieser krassen Diagnose die er bekommen hatte dass es jetzt noch ein paar Monate geht Aber es wird sich jetzt alles ein bisschen schon noch länger ziehen.

00:17:59: also wir kommen jetzt an den punkt dass er jetzt schon ein Jahr lang im Krankenhaus liegt und ja die beiden sind Also gesprechen sich gegenseitig so, glaube ich ab und zu Mut zu oder jeden Tag natürlich.

00:18:12: Und entscheiden dann irgendwann... Diana entscheidet das auch vor allem.

00:18:16: okay wir wagen das jetzt!

00:18:18: Ich nehme dich jetzt mit nach Hause Und die Ärzte sind natürlich komplett entsetzt und sagen, was?

00:18:24: Das ist ja supergefährlich.

00:18:26: Also dann kann ihr einfach nicht mehr so gewährleistet werden dass diese Beatmung die ganze Zeit sicher läuft.

00:18:33: aber dem beiden ist einfach wichtig das egal was jetzt passiert dass sie wenigstens als Familie zusammen sind und Zuhause muss er aber jetzt natürlich trotzdem beatmet werden Damit er vielleicht nicht den ganzen Tag im Bett liegen muss, so wie das jetzt war.

00:18:49: Weil das hat ihn ja so fertig gemacht.

00:18:51: Hat Robin eine Idee und die entwickelt er zusammen mit seinem besten

00:18:55: Freund.

00:18:57: Sein besten Freund heißt Edward Hall und er ist Wissenschaftler in Oxford und Ingenieur, also eine gute Kombi für eine Erfindung.

00:19:06: Und zusammen entwickeln die beiden jetzt den ersten Rollstuhl mit mobilem Beatmungsgerät und nennen ihn den Cavendish Chair.

00:19:16: Ja, es sieht aus wirklich wie ein bequemer Sessel, den man auch so nach hinten stellen kann zum drinnen liegen.

00:19:23: Aber er hat eben Rollen und das Beatmungsgerät ist mit dabei.

00:19:27: Jetzt sagen wir aus heutiger Sicht ja wow okay so neu ist jetzt nicht.

00:19:31: aber das war wirklich richtig richtig neu also damals.

00:19:35: Man muss sich das echt vorstellen, die Leute haben einfach nur im Bett gelegen an diesen Beatmungsgeräten und konnten sich gar nicht bewegen.

00:19:43: Die können auch gar nicht mal irgendwie rausgehen oder geschweige denn auf Ausflüge.

00:19:48: Und diese recht naheliegende Idee einen fahrbaren Stuhl zu entwickeln oder Sessel wo dann das Beatmungskerät mit dabei ist verändert sein Leben komplett.

00:20:03: Robin kann sich wieder bewegen, er kann miterleben wie sein Sohn aufwächst.

00:20:08: Er schöpft darüber wieder völlig neue Energie.

00:20:10: und was noch viel krasser ist, er ruht sich quasi nicht darauf aus und sagt so jetzt habe ich hier irgendwie ein gemütliches schönes Leben.

00:20:18: Ja!

00:20:19: Er beschließt... Ich möchte das auch anderen ermöglichen und daraus entsteht jetzt eine Idee die ja, die noch viel größer wird als dieser Sessel den Erde entwickelt.

00:20:32: Ja also er beschließt jetzt mit Edward zusammen eigentlich das ist natürlich ziemlich teuer diese Entwicklung aber eigentlich wäre es toll wenn auch mehr Menschen diese Chance bekommen und deswegen fangen sie an Spenden zu sammeln und auch die Regierung so ein bisschen zu bearbeiten dass sie unterstützt werden bei der Herstellung der Rollstühle.

00:20:50: Und das wird jetzt eigentlich Robbins Lebensaufgabe.

00:20:53: Also nicht nur sein Leben wird wieder schöner, sondern er möchte den Lebensmut, den er jetzt wieder hat auch teilen und deswegen setzt es sich auch einfach für die Rechte von Menschen ein, die eingeschränkt sind wie er.

00:21:05: also ergibt ihn einfach in verschiedenen Kontexten eine Stimme und unterstützt eben die Entwicklung von diesen Rollstühlen.

00:21:13: Ja richtig toll!

00:21:14: Ich finde das ja irgendwie immer genial wenn Leute aus so einem Unglück, so Kraftschöpfen.

00:21:20: Wir hatten ja hier zum Beispiel auch das Beispiel wo die Eltern deren Sohn bei einem Auto Unfall gestorben ist sich dafür eingesetzt haben dass dann eine weltweite Notrufnummer einfach ins Leben gerufen wird.

00:21:34: also ich glaube das ist der beste Möglichkeit mit so einem Ungluck umzugehen und ich merke es selber manchmal an mir.

00:21:42: ich bin manchmal in Situationen und denke hier müsste man mal was ändern paar Stunden später nicht mehr in dieser Situation und denke überhaupt nicht mehr darüber nach.

00:21:50: Also eigentlich sehr egoistisch, ich reg mich dann irgendwie darüber auf und veränder aber eigentlich nichts daran.

00:21:57: oder jetzt auch natürlich durch ein Kind ist man noch mal mit anderen Dingen konfrontiert, weiß ich nicht, Hebammenmangel oder sowas, ne?

00:22:05: Dann denke ich oh da muss man jetzt irgendwie mal was machen!

00:22:08: Und ja gut, dann hatte ich halt eine Hebamme gefunden und dann bin ich so okay... Ja

00:22:11: oder dein Kind will halt älter, dann hast du neue Themen die

00:22:15: irgendwie

00:22:16: dran sind,

00:22:16: ne?!

00:22:17: Kein Kindergartenplatz, oder so.

00:22:19: Man muss doch mal jemand was machen!

00:22:22: Aber bei

00:22:23: Robin ist es so stehen geblieben.

00:22:25: Er war

00:22:25: ja quasi gefangen in dieser einen Situation.

00:22:29: Ja das stimmt.

00:22:29: Das kann natürlich auch sein er war da dauerhaft mit konfrontiert aber er hätte jetzt trotzdem mir auch sagen können okay ich habe für mich das Leben erleichtert.

00:22:37: Super.

00:22:37: Aber er geht eben darüber hinaus und setzt sich halt dafür ein dass auch andere davon profitieren können was er sich da ausgedacht hat.

00:22:46: Und dafür wird er, von der Queen höchstpersönlich ausgezeichnet.

00:22:52: Aber ihm bedeutet es eigentlich viel mehr als so eine Auszeichnung dass er zum Beispiel zwei Jahre später ein Haus an der Küste in England eröffnen kann das ein Ferienhaus für Menschen mit Behinderung ist wo eben auch viele Menschen sind die dasselbe Schicksal erlebt haben wie er die nämlich ein Polio erkrankt sind.

00:23:13: Und auch dieser Beatmungsrollstuhl entwickelt sich immer weiter.

00:23:18: Später gibt es welche, über die man zum Beispiel einen Anruf annehmen kann, den Fernseher anmachen oder die Heizung verstellen kann und das sind alles so Dinge, die wir so zack-zack im Alltag machen.

00:23:30: und zu Skype drehen wir die Heitzung hoch.

00:23:32: Wir wollen jemanden anrufen, der neben ihm halt was telefonet aber vorher brauchte jemand für diese ganzen Schritte also der sich nicht selbst irgendwie dahin bewegen konnte Hilfe.

00:23:43: Das bringt ja so viel Selbstständigkeit zurück, also aus diesem Rollstuhl ist eigentlich ein bisschen eine Selbstständigkeitsmaschine geworden und das ist eben ganz toll dass er da seine Kraft aufwendet auch für andere zu ermöglichen.

00:24:02: Vor allem die Idee hast du eben schon gesagt Also kommt einem gar nicht vor wie die krasse Revolution.

00:24:10: Es hat einfach am Anfang, glaube ich, vor allem auch Mut erfordert das mal auszuprobieren und natürlich Mut wo es potentiell darum geht dass du dein Leben abschalten kannst.

00:24:22: wenn zum Beispiel also bei ihm hatten alle Angst weil er ja eben diesen Beatmungsschlauch dann hatte diesen Luftschlauch dass keine Ahnung, wenn da ein Hund vorbeiflitzt oder so.

00:24:34: Wenn die draußen unterwegs sind, dass dieser Schlauch abgerissen wird?

00:24:38: Oder ... Keine Ahnung!

00:24:40: Dass der Strom irgendwie ausfällt oder also das irgendwas passiert, dass dieses mobile System halt zusammenbricht auch wenn man es vielleicht nicht mit Absicht gemacht hätte aber eher riskiert das und er wird auf so einer Medizinerkonferenz auch mal dazu gefragt Romain, der das gemacht hat.

00:24:58: und da hat er gesagt ich habe das Risiko akzeptiert dass ich sterben könnte weil ich nicht nur überleben will.

00:25:05: Ich will leben!

00:25:06: Ja richtig toll.

00:25:09: ja das ist eben so.

00:25:10: dieses was wir auch am Anfang besprochen haben.

00:25:12: also wenn man in dieser eisernen Lunge lag ja du hast die Leute am Überleben gehalten aber war das jetzt noch irgendwie ein Leben?

00:25:21: Also wann Man ist so ein Leben vielleicht, man muss dann auch sagen okay das ist jetzt irgendwie auch vorbei oder so.

00:25:28: Aber das ist natürlich die größte Frage der Medizin weil du ja natürlich auch vielleicht nie weißt wird vielleicht noch mal etwas gefunden was dann die der Person wieder ermöglicht selbstständig zu atmen.

00:25:39: Ja

00:25:40: das lief ja auch alles parallel in die Forschung da.

00:25:44: Also ganz schwierige Themen die damit einhergehen.

00:25:47: er hat es halt selbst in die Hand genommen und mit seinem Überlebenswillen, seinem Lebenswillen muss man aber eigentlich sagen eben diese Erfindung gemacht und halt auch an andere weitergegeben.

00:26:01: Ja und er hat... ... lange überlebt, wie länger als ihm vorher Propezeit wurde.

00:26:07: Er hat... er wird ... ... sechszig Jahre alt, überleb sogar einige seiner Ärzte und gilt als einer der ältesten Polio-Überlebenden überhaupt.

00:26:16: Und ich könnte mir auch vorstellen dass das halt auch daran liegt es er auch so für seine Psyche, seine psychische Gesundheit gesorgt hat.

00:26:23: also er konnte wieder rausgehen, er war in Kreise seiner Liebsten irgendwie.

00:26:27: Er konnte irgendwie was Gutes erschaffen, er hat seine Signatur so in der Welt hinterlassen und das ist ja also wenn du den ganzen Tag eine Wand anstattest oder meinetwegen auch den ganzen tag Fernsehen guckst oder Bücher liest Das ist ja nicht vergleichbar.

00:26:43: Ja.

00:26:43: Guck mal dass wie ich im Baumhaus, er könnte dann auch, er konnte zwar nicht selbstständig atmen aber er hatte wenigstens wieder frische Luft um sich und konnte das schöne Licht wieder sehen

00:26:54: wichtig.

00:26:56: Auch daran kann man irgendwie erkranken.

00:27:00: und noch zusätzlich, das hat er sich quasi selbstständig mit seinen eigenen Ideen wieder aufgebaut.

00:27:09: Ja und für seinen Sohn ging es ja dann auch erfolgreich weiter, also Jonathan ist eben Filmproduzent geworden.

00:27:16: Und es gibt auch Fotos von dieser Filmpremiere, von diesen solange du atmest Filmen die sind schon vom Jahr zwei tausend siebzen.

00:27:24: aber da sieht man Jonathan auch zusammen mit seiner Mutter Diana.

00:27:28: Also da könnt ihr mal nach suchen, wenn euch interessiert wie die aussehen.

00:27:32: Ja und auch diesen Cavendish Chair Gips tatsächlich noch.

00:27:35: Er hat auch seine Pflege wirklich viel verändert.

00:27:38: Könnt ihr euch mal angucken?

00:27:39: Verlinken wir euch nochmal.

00:27:41: Sieht inzwischen aus wie so ein Kinosessel!

00:27:45: Oder?

00:27:46: Ja, genau.

00:27:47: Ja schon kannst du dann halt so die, also so dicke Pols da, dann kannst du so die Füße auch hochstellen und dann hat er eben Rollen, sodass man ihn bewegen kann aber jetzt natürlich schon komfortabler als bei Robin wahrscheinlich damals.

00:28:00: Genau

00:28:01: das war ein bisschen Markereigenbau muss man sagen.

00:28:04: Jetzt ist es natürlich in Massen produziert und damit auf alle Bedürfnisse ausgerichtet.

00:28:14: Ja, eine Geschichte die echte viel Hoffnung machen kann finde ich.

00:28:19: Guck mal wie Wissenschaft so Lebensfreude bringen kann.

00:28:22: richtig

00:28:22: schön!

00:28:23: Wenn euch noch andere Beispiele einfallen wo Wissenschaft auch so Lebens Freude zurückgebracht hat oder auch ja wo so aus einer Notsituation der Idee entstanden ist die am Ende dann Dinge verändert hat für Menschen Dann schreibt uns sehr gerne, wir freuen uns wirklich immer über eure Vorschläge.

00:28:44: Wir freuen uns aber auch über andere Anregungen die irgendwie so habt oder natürlich Sterne die uns geben könnt zum Beispiel bei Spotify und Bewertungen.

00:28:54: da freuen wir uns wirklich sehr.

00:28:56: ich weiß gar nicht was wir als nächsten Meilenstein erreichen müssen.

00:28:59: Die Siebenhundert, ne?

00:29:00: Ja,

00:29:00: die haben wir noch nicht.

00:29:01: Warte ich gucke mal eben... Also wir sehen ja auf jeden Fall das noch längst nicht alle von euch da Sterne hinterlassen haben.

00:29:08: Ja!

00:29:09: Ja, sie Sieben-Hundert, die wär mal ein guter Meinstrein.

00:29:11: Das ist ganz schön.

00:29:12: Ja, Wahnsinn.

00:29:14: Also schonmal viel, vielen Dank für die Sechshunderte.

00:29:16: Ich weiß jetzt gar nicht wie viele es sind, die das schon gemacht haben.

00:29:19: Da vierzig.

00:29:22: Das schaffen wir doch

00:29:22: bestimmt.

00:29:25: Und dann atmen mal tief ein und aus, kommt gut ins Wochenende in die nächste Woche!

00:29:32: Wir hören uns in zwei Wochen wieder.

00:29:35: Bis dahin macht euch schön und tschüss!

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